ja auch nicht immer blogfüllend sein kann, schreibe ich diesmal über ein Buch, dass ich letztens gelesen habe.
Es ist von Paul Watzlawick und heißt "Wie wirklich ist die Wirklichkeit". Was hier nach esoterischem Quatsch klingt ist aber eine nette Sammlung von Geschichten und den dazugehörigen Theorien eines Kommunikationswissenschaftlers der im großen und Ganzen mal wieder alles relativ erscheinen lässt. Er hat einen sehr angenehmen Schreibstil und bemüht sich sehr um allgemeine Verständlichkeit und bringt seine wissenschaftlichen Thesen sehr gut auf den Punkt.
Zum einen stellt er die These auf, dass Kommunikation nicht nach dem Kausalkettenprinzip funktioniert sondern, dass es vielmehr eine persönliche Einschätzung ist wann ein Streit angefangen hat. Das bedeutet eigentlich nur, dass jeder sein eigenes Handeln immer als Reaktion auf die Aktion eines anderen versteht. So dass es niemals einen Anfang eigentlichen Agierens gibt. So denken Delfine, dass sie den Menschen Tricks beibringen, wenn sie dem Menschen einen Ring hinwerfen, wirft er ihn zurück, so lange und so oft wie sie wollen.
Oder was auch noch sehr interessant war, ist das es keine Nichtkommunikation gibt. Das hat er am Beispiel von von einem Jungen der sein erstes Date mit seiner großen Liebe hat. Sie kommt aber 20 Minuten zu spät. Und schon allein diese Situation schafft eine Regel die den folgenden Umgang miteinander klärt. Entweder regt er sich auf oder er ignoriert das. Falls er zweitens macht, hat er aber nicht mehr das Recht sich beim nächsten mal zu beschweren. "Es hat dich doch aber sonst nicht gestört, was regts du dich denn auf einmal so auf." Das auch das scheinbare Nichtklären von Situationen also sowas wie eine Akzeptanz schafft. Im kalten Krieg war das sogar laut Watzlawick die gängige Praxis. Ist ein Spionageflugzeug über ein heikles Gebiet geflogen und wurde abgeschossen, dann war das bedauerlich aber okay. Wurde aber ein Flugzeug nach dem es ein zweites mal über die gleiche Stelle geflogen ist abgeschossen, dann war das eine mittelschwere diplomatische Katastrophe.
In dem Buch wird auch die Spieltheorie anhand des Gefangenendilemmas aufgeführt. Was auch sehr interessant ist. Aber das könnt ihr ja selbst mal nachlesen. Ich muss weg…